So funktionieren unsere KI-gestützten Avatare für Deutsche Gebärdensprache


Ende 2026 werden unsere fotorealistischen Digital Signer für Deutsche Gebärdensprache (DGS) an den Start gehen.

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Auf der IBC in Amsterdam haben wir gemeinsam mit unserem Partner Signapse gezeigt, wie sie entstehen und wie sie in einen Live-Workflow passen. Den Vortrag von Will Berry (Signapse) und Alexander Leschinsky (G&L) gibt es jetzt auch als Video auf Englisch mit deutschen Untertiteln.

Gebärdensprache für Streams und Mediatheken: ein Skalierungsproblem

In Deutschland nutzen rund 200.000 Menschen die Deutsche Gebärdensprache, etwa 80.000 von ihnen sind Taub. Dem stehen viel zu wenige qualifizierte DGS-Dolmetscher:innen gegenüber. 

Dazu kommt der Rechtsrahmen: Seit dem 28. Juni 2025 gilt der Europäische Rechtsakt zur Barrierefreiheit (EAA), in Deutschland umgesetzt durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Öffentliche Anbieter setzen sich Ziele für mehr Gebärdensprache im Programm.

Unsere Antwort: Gebärdensprache so zu erzeugen wie Untertitel, als Live-Wiedergabe des Videos, Satz für Satz, direkt in Ihrem eigenen Streaming-Workflow. Damit wird die Einbindung von Gebärdensprache auch für Mediatheken, Archive und große Live-Events möglich.

Echte Gebärden, digitale Wiedergabe: Wie die KI lernt

Das britische Unternehmen Signapse, ein Spin-Off der University of Surrey, liefert bereits erfolgreich Britische und Amerikanische Gebärdensprache für Live- und On-Demand-Workflows aus. Das deutsche Modell, mit G&L als Sponsor des Projekts, befindet sich derzeit in Entwicklung.

Dafür steht der erfahrene DGS-Coach und -Dozent Andreas Costrau in einem Berliner Studio vor der Kamera und liefert Gebärden, die bewegungsgetreu auf eine digitale Version übertragen werden.

So entstehen die Digital Signer in drei Schritten

  1. Aufnahme: Drei Broadcast-Kameras erfassen 3D-Aufnahmen des Muttersprachlers für die Deutsche Gebärdensprache. Ein Minimum von 10.000 einzelnen Gebärdenaufnahmen muss aufgezeichnet werden, bevor mit diesen Daten neue Gebärden generativ erzeugt werden können.
  2. Grammatikalische Annotation: Nun werden sogenannte Glossen erstellt. Sie enthalten den Kontext, der darüber entscheidet, welche Gebärde passt. Ein Beispiel: Das englische Wort „match“ kann ein Fußballspiel, ein Streichholz oder zwei Personen, die gut zueinander passen beschreiben. Erst der Kontext zeigt, welche Gebärde hier eingesetzt werden muss.
  3. Gloss zu Video: Generative KI verbindet die Glossen zu einer flüssigen, verständlichen Übersetzung und überträgt sie auf die fotorealistischen Digital Signer.

Es wird zwei deutsche Digital Signer geben: einen männlichen, der aussieht wie Andreas Costrau, und einen weiblichen namens Kim.

Wie G&L die Digital Signer in Ihren Live-Workflow einbindet

Wir sorgen dafür, dass die KI-gestützten Avatare in der Praxis laufen. Als Systemintegrator aus der Broadcast- und Streaming-Welt wissen wir, dass unsere Kunden mit den unterschiedlichsten Video- und Audioformaten und Protokollen arbeiten. Unsere Aufgabe ist es, die Gebärdensprach-Lösung in genau diese Umgebungen einzubinden. So läuft ein Live-Workflow grundsätzlich ab:

  1. Eingabe: SRT/RTMP – Ihr Live-Signal in Bild und Ton, direkt aus Ihrem Playout.
  2. Ring-Buffer: Verzögerung – Bild und Ton laufen zeitversetzt, ähnlich einer Untertitelverzögerung. Die Länge ist frei einstellbar.
  3. ASR: Live-Traskript – Der Ton wird live in Text umgewandelt. Die Spracherkennung wird in Europa gehostet.
  4. Signapse: Text zu Glosse zu Clip – die Texte werden als WebSockets an die von Signapse bereitgestellte API gesendet. Signapse schickt den Digital Signer-Clip zurück. 
  5. Ausgabe: Synchronisation – der Digital Signer wird in Ihr Live-Video eingebunden, z.B. als Bild-in-Bild.

Zur Architektur: Der Workflow arbeitet nur mit ausgehenden Verbindungen; es braucht also keine offenen Ports, kein Relay und keine öffentliche IP. Die Lösung ist ein einzelnes Plugin in Ihrem Workflow, das im Container läuft. Der Datenweg verläuft innerhalb Europas.

Bereit für den nächsten Schritt?

Prüfen Sie mit uns, wie sich der Digital Signer in Ihre bestehenden Live- oder On-Demand-Workflows integrieren lässt.